​Familienstellen

Was ist Familienstellen?

Oft stehen wir unwissentlich unter dem Einfluss eines Geschehens aus unserer Herkunftsfamilie. Dies äußert sich im eigenen Leben zum Beispiel in Beziehungsproblemen, Singledasein, schadhaftem Verhalten, Scheitern im Beruf oder sogar Krankheiten und vielem mehr.

Viele Ihrer Erfahrungen und Entscheidungen, Verhaltensmuster und Glaubenssätze, die Sie im Leben hindern glücklicher zu sein, wurden bereits in Ihrer Familie gelebt. Es ist logisch, dass unsere Vorfahren bis hin zu den Eltern auch nur genau diese an Sie weitergeben konnten.

Welche Verhaltensmuster oder Glaubenssätze sind es, die Sie daran hindern glücklich zu sein?

Ziel:

Das Seminar "Familienstellen" hat das Ziel Ihnen wertvolle Einsichten in Ihr Familiensystem zu geben und kann Ihnen dabei helfen, mehr über sich und Ihre Glaubenssätze zu erfahren. Oft zeigt sich bei einer Familienaufstellung, dass Sie in blinder Liebe einer ausgeschlossenen Person folgen. Ziel ist es unter anderem, solche Verstrickungen ans Licht zu bringen, anzuerkennen und achtsam zu lösen.

Inhalte:

Die Familienaufstellung beinhaltet ein Tagesseminar, in dem das Anliegen der Teilnehmer individuell und liebevoll bearbeitet wird. Die jeweilige Aufstellung ist für den Teilnehmer kein Seelenstriptease. Alle Anliegen werden kurz und in wenigen Sätzen vorgetragen. Es geht bei den aufzustellenden Anliegen nie um persönliche Geheimnisse, sondern um die entscheidenden Gefühle. Alle Anliegen können aufgestellt werden.

Teilnehmer:

Das Seminar richtet sich an alle Menschen, die in Ihrem Leben Probleme wahrnehmen, sie jedoch nicht zuordnen können. Sinnvoll ist ebenfalls das Familienstellen für die Menschen, die ihre Gefühlswelt nicht einordnen können und diese sie unglücklich macht oder sogar in ihrer Entwicklung hemmt.

​Kosten:

​120 € incl. MwSt. pro teilnehmender Person.

Der Ablauf einer Familienaufstellung

Bei einer Familienaufstellung geht es um das Wesentliche. Das sogenannte Anliegen wird kurz und knapp geschildert. Lange Erläuterungen oder Erzählungen entfallen. ​Manchmal steht die Befürchtung einen "Seelenstriptease" machen zu müssen als ein Hindernissgrund für eine Familienaufstellung im Raum. Das ist nicht der Fall ganz im Gegenteil. Die Teilnehmer des Seminars wundern sich meist, wie wenig bei einem Seminar gesprochen wird.

Nachdem der Seminarteilnehmer sein Anliegen kurz vorgetragen hat, bestimmt er aus der Gruppe einige Stellvertreter für die Personen, die wesentlich für sein Anliegen stehen. Schon das äußere Bild der Aufstellung kann Aufschlüsse über die Dynamik geben.  Nachdem sich die Stellvertreter in ihre Rollen eingefunden haben, treten sie untereinander in Beziehung. Obwohl die Stellvertreter die Personen, die sie vertreten nicht kennen, können sie so empfinden wie die wirklichen Familienmitglieder. So kann es sein, dass sie Zu- oder Abneigung, Wut, Liebe, oder Aggression zu den anderen Mitgliedern der Familie empfinden. 

Nachdem sich die Dynamik innerhalb des Systems zeigt, wird nun durch Umstellen der einzelnen Stellvertreter oder durch das Sprechen von Schlüsselsätzen die Ordnung wieder so hergestellt, dass sich eine gute Lösung für alle zeigen kann. 

Die gesamte Aufstellung wird aufmerksam und achtsam vom Familienaufsteller begleitet und geführt.

Nach der Aufstellung

​Grundsätzlich gilt, sehr achtsam über das Erlebte bei einem Familienstellenseminar zu sprechen.
Gerade über die eigene Aufstellung sollte mindestens 6 Wochen lang nichts erzählt werden. Auch wenn die Familie und Freunde noch so neugierige Fragen stellen. Es ist wichtig, dass sich das Erlebte erst einmal in Ruhe setzt. Unsere dringende Empfehlung nach einer Aufstellung ist weiterhin, nicht darüber nachzudenken, was genau passiert ist. Es ist meistens nicht möglich, dieses Geschehen mit dem analytisch logischen Verstand zu erfassen.

Wichtig:
Bitte treffen Sie nach einer Aufstellung keine kurzfristigen Entscheidungen. Entscheidungen müssen immer auf einem inneren Reifungsprozess basieren, denn nur so kann sichergestellt werden, dass es der eigene Wille zu jener Entscheidung ist.

Seminarteilnehmer sind eingeladen, sich auch nach einer Aufstellung mit dem Seminar-Leiter Nic Adler in Verbindung zu setzen, um entstandene, offene Fragen zu besprechen.

​Einige​ Themen

Das (An-)Nehmen der eigenen Eltern

Die elementarste Herausforderung für das gesamte Leben und somit auch für das Gelingen einer gleichberechtigten Partnerschaft ist es, die eigenen Eltern so zu nehmen wie sie waren und sind. Wem dies gelingt, der hat eine gesunde Basis für alle Bereiche seines Lebens geschaffen.
Wenn Sie an dieser Stelle innere Widerstände spüren, prüfen Sie für sich, ob es Vorwürfe oder andere belastenden Gefühle den Eltern gegenüber gibt.
Das Familienstellen hilft Ihnen dabei, die tiefen, oft verborgenen Gründe für Ihre Widerstände und belastenden Gefühle Ihrer Eltern gegenüber zu entdecken. Nur so kann es gelingen, sich selbst davon zu befreien und wichtige weitere Schritte in ein erfüllteres Leben zu gehen.

Partnerschaft und Liebe

Den Partner oder die Partnerin fürs Leben zu finden und eine dauerhaft glückliche Beziehung zu führen, ist eines der größten Abenteuer, das unser Leben für uns zu bieten hat. Oft ist es gerade dieses Thema, das uns so viele Schwierigkeiten bereitet. So vielfältig diese Herausforderung ist, so umfangreich sind auch die möglichen Lösungsansätze.
In der Lehre des Familienstellens nach Hellinger gelingen glückliche und dauerhafte Paarbeziehungen auf der Grundlage von Ordnung in den jeweiligen Herkunftsfamilien und in der Gegenwartsfamilie. Krisen und Krankheiten sind häufig ein Hinweis dafür, dass die Ordnung gestört ist. Dann ist es oft sehr hilfreich, nach den Ursachen der Störungen und nach möglichen Verstrickungen zu suchen.
Paaren und Einzelpersonen kann in einem solchen Fall empfohlen werden, nicht jahrelang in dieser Situation zu verharren und nicht weiter zu glauben, dass schon alles wieder gut wird, wenn sich alle etwas Mühe geben. Eine professionelle Familienaufstellung unter Anleitung hilft dabei nachzuforschen, was in der Familie wirkt, um dann die wertvollen Schritte zu tun.
Wir sind viel stärker von unseren Wurzeln abhängig als wir es wahrhaben wollen und in Liebe mit allen anderen verbunden. Klar ist, ohne gute Wurzeln gibt es kein gutes Wachstum. Es ist wenig sinnvoll, sich gegen diese einfache Erkenntnis abzumühen.
Wenn Paare es schaffen, Krisen als Chance zu Wachstum zu erkennen, dann können sie sich als Paar weiterentwickeln. Für das Gelingen ihrer Liebe hat das Paar damit die besten Chancen, die es in einer Paarbeziehung geben kann.

Das Annehmen des Partners „wie er ist“

Nehmen Sie Ihren Partner so an, wie er ist? Ganz gleich, welche Ansichten und Verhaltensweisen Sie an ihm oder ihr erkennen, die nicht Ihrem eigenen Bild entsprechen?
Um in Ihrer Paarbeziehung eine gute und breite Basis zu schaffen ist es wichtig, dass es Ihnen gelingt, Ihren Partner so zu lieben, wie er ist. Wenn Sie bereit sind, ihn mit seinen Stärken und Schwächen im Handeln und Tun als gleichberechtigten Partner neben sich stehen lassen zu können, sind alle weiteren Schritte innerhalb ihrer Paarbeziehung möglich. 
Das Familienstellen ermöglicht es Ihnen zu verstehen, warum Ihr Partner so ist wie er ist. Dadurch kann für Sie das Annehmen seiner Person maßgeblich erleichtert werden.

Der Ausgleich von "Geben und Nehmen"

Kennen Sie das Gefühl, dass Sie etwas geben möchten, sobald Sie etwas erhalten haben? Zum Beispiel hilft Ihnen Ihr Kollege in der Arbeit bei einer bestimmten Aufgabe oder Ihr Partner kocht überraschend ein schönes Abendessen für Sie. Haben Sie dann das Gefühl, dass Sie etwas zurückgeben möchten, bzw. dem anderen auch etwas Gutes tun möchten?
In der Lehre des Familienstellens wird dies folgendermaßen beschrieben: Das Geheimnis einer guten Paarbeziehung ist ein guter Ausgleich von "Geben und Nehmen". Es zeigt sich bei Paaren, dass derjenige, der immer nur vom anderen bekommt, ohne dass er etwas zurück geben kann, dem so viel Gebenden böse wird und ihn manchmal sogar verläßt, weil er nicht ausgleichen kann.
Eine glückliche Paarbeziehung lebt davon, dass jeder dem anderen etwas Gutes gibt und der andere es nimmt und seinerseits etwas Gutes zurückgibt. Und zwar zur Vorsicht ein bisschen mehr, als er bekommen hat, so daß der andere auch wieder zum Geben animiert wird. Auf keinen Fall sollte ein Partner mehr geben, als er auch zu nehmen bereit ist. Die Grundlage der Paarbeziehung ist Ebenbürtigkeit.
Je höher der Umsatz beim „Geben und Nehmen“ ist, desto enger wird die Bindung in Ihrer Beziehung. In einer Familienaufstellung können Blockaden diesbezüglich aufgedeckt und gelöst werden.

Die Ehe

Wenn das Paar nun schon einige Zeit miteinander verbracht, und so manche Höhen und Tiefen überwunden hat, kommt die Zeit, dass die Beziehung gefestigt ist. Dann sagen Frau und Mann “Ja“ zueinander und heiraten.
Doch sagen nicht nur die Beiden "Ja" zueinander, sondern der Mann sagt “Ja“ zum gesamten Familiensystem der Frau und umgekehrt. Denn es heiraten nicht nur 2 Personen, sondern 2 Sippen kommen zusammen.
Die Verbindung zweier Sippen wirken sich unweigerlich auch auf das Ehepaar aus. Dies kann zu Eheproblemen führen. Zum Beispiel sind Kinderlosigkeit oder Außenbeziehungen häufige Hinweise auf solche Verstrickungen.
Das Familienstellen kann dabei helfen, diese Auswirkungen zu erkennen und liebevoll zu lösen.

Die Außenbeziehung

Außenbeziehungen signalisieren immer einen Mangel in der eigenen Paarbeziehung. Wenn der Partner „fremd“ geht, bedeutet dies tiefe Verletzung für den, der betrogen wird. Das Selbstwertgefühl des Betrogenen wird dadurch stark geschwächt.
Manche Außenbeziehung dient dazu, die Beziehung mit dem eigenen Partner zu verändern oder sogar nach vorne zu bringen. Oder sie dient dazu etwas zu finden, das in der eigenen Beziehung nicht funktioniert.
Wenn zum Beispiel der Partner einschränkende Besitzansprüche stellt, dann kann es dazu führen, dass sich der Andere jemanden sucht, der ihn mehr achtet und respektiert, dann wird er seine Würde in der Außenbeziehung suchen.

Wichtig!
Wer “fremd" gegangen ist, darf dem Partner nicht davon erzählen. Er muss es aushalten, diesen Schritt selbst zu verantworten. Das Erzählen, oder gar das Bitten um Verzeihung ist ungünstig für die weitere Beziehung.

Das Trennen

Verlieben ist leichter als sich trennen. Hier spielen verletzte Gefühle oft eine wichtige Rolle. Bei einer Trennung ist es hilfreich, das Schöne aus der Beziehung zu würdigen und sich gegenseitig die Verantwortung für die Trennung zu lassen.
Ein wichtiger Punkt ist das Heraushalten der Kinder aus dem Trennungsprozess der Eltern. Die Seele eines Kindes verkraftet es nicht, dass der Vater oder die Mutter schlecht über den anderen reden.
Ihre Familienaufstellung kann Aufschluss darüber geben, ob Verstrickungen aus Ihrer Herkunftsfamilie eine Rolle für die Trennung spielen. Oft wird dabei klar, wie es zu dieser Entwicklung in der Paarbeziehung gekommen ist. Es ist möglich, dass Sie erfahren, dass Sie sich nicht trennen müssen, wenn die Gründe in Ihrer Herkunftsfamilie verankert sind. Auch der gegenteilige Fall ist möglich, dass Sie erfahren, dass Sie sich in Achtung und Liebe trennen können, um ein erfüllteres Leben zu führen. 

Der Tod des Partners

Der Tod des eigenen Partners ist ein tragisches Ereignis. Große Trauer und Verzweiflung gehen oft damit einher. Stirbt einer der Partner, kommt es sogar gelegentlich vor, dass der Andere sagt: "Ich folge dir nach". Dann ist der überlebende Partner in einer tiefen Trauer gefangen, aus der er oder sie nicht herauskommen will.
Der Überlebende wirkt abwesend und kraftlos und nimmt am Leben nicht mehr wirklich teil. Nach einer gewissen Zeit des Trauerns sollte der Gestorbene losgelassen werden, damit er zu den Toten seiner Sippe gehen kann, denn dort ist jetzt sein Platz. Der lebende Partner sollte zurück zu den Lebenden.
Insbesondere in dieser Lebenssituation kann Ihre Familienaufstellung Ihnen dabei helfen, Ihren Partner dorthin gehen zu lassen, wo sein Platz ist. Klienten mit dieser Erfahrung berichten meist nach der Aufstellung davon, dass sie sich befreit fühlen und gerne zu den Lebenden gehören.